Ask yourself

Someone once asked me: Don’t you feel that no one listens to you the way you listen to people? Don’t you feel, that you listen to people so carefully, because you couldn’t talk to anyone, when you were feeling bad?

Doesn’t it seem to you, that people make a joke out of the worries you have?

Don’t you feel like you’ve spent your life among people, who have absolutely no idea what kind of situation you’re in?

Don’t you feel like you’re trying with all your might to help, but like you don’t know who to ask for advice, when you get stuck?

Don’t you feel like you endured so much at a young age, that you now feel older, than you actually are?

A lot of questions and I had a lot of flashbacks.

Sorry for reopening your old wounds too..

Nino Gadelia

Wärme & Chaos

Es war schön und es war traurig, doch es war niemals ausgeglichen.

Die Stadt pulsierte vor Lebendigkeit.

Weinen, Lachen, Gesang, Schreie und Schüsse: alle Geräusche vermischten sich.

Ich sah ein Tumult. In meinen Ohren drang Chaos.

Ja, das Leben dort war ein Chaos.

Würde ich heute jemandem beichten, dass dieses Chaos jeden Tag für die Tränen in meinen Augen sorgt, würden sie mir eine Therapie empfehlen.

Selbst wenn diese Tränen bloss für ein paar Minuten in mir aufsteigen.

Doch diese Tränen sind Chaos gewidmet.

Ich tauche in die Erinnerungen ein und sie verschlingen mich.

Ich sehe Kinder, die um Essen betteln.

Ich sehe meine Familie mit unseren Nachbarn im Kreis tanzen.

Ich sehe viele verrotteten Gebäuden. Beim Betreten steigt mir der Gestank vom Urin in die Nase.

Ich sehe meine Urgrossmutter lachen und wie sie für uns Mais kocht.

Ich sehe meine Lehrerin und wie sie die ärmsten Kinder vor der Klasse demütigt.

Und ich sehe, wie mein Onkel mich umarmt und zu mir sagt, dass ich niemals vergessen soll, wie sehr ich hier geliebt werde.

Dann bin ich wieder hier.

In dieser ausgeglichenen, ruhigen Welt.

Ich lache wieder, aber etwas in mir trauert um das Chaos.

Die Stille hier hat den Sturm in mir beruhigt, doch trotzdem steigt es in mir auf.

Es gibt Tage, an denen ich viel lache, aber das Chaos besucht mich abends.

Dann höre ich mir seine Lieder an und trauere, dass ich ihn verlassen habe.

Diese Zeit gehört uns.

Es gehört mir und Chaos.

Hier bin ich in meinem ganzen Dasein.

Mit mir, Chaos und meinem typischen Namen.

Und es wird mir bewusst, dass Chaos und ich uns eigentlich niemals verlassen haben. 

Nino Gadelia

Die Gefahr für das Migrantenkind

Ich denke eines der grössten Herausforderungen als Migrantenkind besteht darin, seine Identität nicht in diesem Bild zu verlieren, welches die Gesellschaft auf dich projiziert.

Die Menschen ordnen dich in eine «Masse» ein, unabhängig deiner Abstammung, unabhängig des Bildungsstandes deiner Familie und ganz unabhängig von deinen Werten als Mensch.

Du als Individuum löst dich in Luft auf.

Genau hier besteht die Gefahr sich selbst zu verlieren und sich damit zu identifizieren, was die Mitmenschen auf dich projizieren.

Dabei kannst du deine Motivation, deine Geduld und im schlimmsten Fall dich selbst verlieren.

Es ist gefährlich anzunehmen, dass man doch zu irgendwelchen «Kriminellen» oder «Terroristen» gehört, wie es ein Teil der Gesellschaft versucht abzubilden.

Und manchmal finden diese Menschen genau in diesen Kreisen ein Zugehörigkeitsgefühl, welches der Rest der Gesellschaft einem verweigert hat.

Und selbst wenn es nicht wie bei diesen Extremfällen endet, verlieren viele den Glauben an sich und werten sich selbst ab.

Wie kann es dir angenehm sein Du selbst zu sein, wenn du jedes Mal schon deinen Namen bei einer Vorstellung rechtfertigen musst.

Das ist nicht einfach und es kann Jahre dauern, bis du realisierst, wer du bist und dass du all die Jahre nicht mal du selbst warst.

Und es kann Jahre dauern, bis du realisierst, woher diese Wut kommt und dass du jetzt aufhören kannst wütend zu sein, um frei- und endlich du selbst zu sein.

Nino Gadelia

Gift

Die Hauptsache ist, dass es unverbindlich bleibt.

Die Hauptsache ist, dass es keine Erwartungen gibt.

Die Hauptsache ist, nicht zu tief zu gehen.

Die Hauptsache ist, dass es jederzeit so aufhören kann, dass es nicht wehtut.

Du tust mir leid, denn auch wenn es wehtut, auch wenn es schwierige Momente gibt, lohnt es sich immer zu lieben.

Du kommst nach Hause und bist frustriert, wenn du heute keine Bestätigung bekommen hast, oder du kommst nach Hause und bist überglücklich, weil dir jemand ein Kompliment gemacht hat.

Das ist alles, was dich interessiert, du scherst dich einen Dreck um deine Mitmenschen.

Du benutzt sie nur, um dein Ego zu füttern.

Es ist erbärmlich, dass du so abhängig davon bist und ein so schwaches Ego hast.

Tief in dir bist du einsam.

Es tut mir leid, dass du nicht die Kraft hast dich zu ändern und dich lieber so erträgst, wie du jetzt gerade bist. 

Nino Gadelia

Verkehrte Welt

«Wir alle wissen, dass Nino vielleicht nicht hierbleiben darf», sagte der Lehrer. Alle Augen waren auf mich gerichtet. Ich wollte mich in Luft auflösen, fliehen, unsichtbar sein. Er schaltete den CD-Player ein und die Klasse sang im Chor «Ciao, Ciao Svizzera». In mir bildete sich ein Klos im Hals, trotzdem bewahrte ich die Fassung und sang mit. Ich wusste, dass mich die Blicke meiner Mitschüler immer wieder streiften, doch ich versuchte mir nichts anmerken zu lassen.

Einige meiner Mitschüler sammelten Unterschiften ein, damit ich in der Schweiz bleiben kann. Wie bringt ein elfjähriges Mädchen ihre Dankbarkeit zum Ausdruck? Ich war dankbar, aber ich bekam diese Art von Aufmerksamkeit, die mir unangenehm war. Die ganze Schule starrte mich an, wenn ich den Schulplatz betrat. Ich hörte die Kinder flüstern, wenn ich die Treppe hinaufging. Andere lachten und zeigten mit dem Finger auf mich. Womit hatte ich diese Aufmerksamkeit verdient? Ich hatte nichts dafür geleistet. Ich wollte sie nicht. Ich wollte doch bloss ein normales Kind mit einer normalen Kindheit sein. Muss ein Kind wirklich solche Sorgen haben und sich mit solchen Gedanken rumschlagen? Hätte ein Lehrer nicht anders handeln können, anstatt die Klasse ein Lied singen zu lassen, welches immer wieder Salz in die Wunde einer Schülerin streut? Ich war überfordert.

«Pass dich an und lerne fleissig.», sagte meine Mutter.

«Mach uns keine Schwierigkeiten, wir müssen uns integrieren.», sagte mein Vater.

«Es nervt, dass der Lehrer dich ständig erwähnen muss, wenn wir «Ciao, Ciao Svizzera» singen.», sagte Riccarda.

«Ich unterschreibe nicht dafür, dass sie hierbleibt.», sagte Veronika zu Tamara.

«Ich hoffe sie schicken dich zurück.», sagte Raul zu mir und die Jungs um ihn herum lachten im Chor.

«Misch dich da nicht ein, es geht uns nichts an!», sagte der Vater meiner Mitschülerin zu ihr, weil sie die Unterschriftensammlung für mich organisiert hatte.

Ich stellte mir viele Fragen und ich war wütend. Ich war wütend darauf, dass ich dieses Leben hatte. Waren diese Flucht und die Armut denn nicht genug?

»Kann ich endlich mal meine Ruhe haben?», fragte ich Gott. Doch der gab mir keine Antwort. Ich fühlte mich verantwortlich für diese Unruhe an meiner Schule, weil die Kinder untereinander sowie zuhause über mich sprachen. Es löste Diskussionen aus, die mir unangenehm waren.

Wem hätte ich sagen sollen, wie ich mich fühle? Meine Eltern waren ständig um die Situation besorgt und wollten einfach, dass ich ein braves Kind bin, das sich anpasst.

«Anpassen», ja wie sollte ich mich denn «anpassen», wenn diese Situation mich automatisch von den anderen unterschied? Wie sollte ich zu ihnen gehören, wenn sie mich schon als fremd wahrnahmen? Ich sah anders aus. Mein Name sorgte für Verwirrungen. Ich war wie in einer verkehrten Welt, in der ich versuchte, meinen Platz zu finden. Ich konnte nicht mit an den Ausflug nach Deutschland, weil meine Bewilligung das nicht zuliess. Ich konnte im Sommer nicht ans Meer oder überhaupt in Urlaub fahren. Selbst wenn ich es wollte und mir noch so sehr Mühe gab: Das Leben erinnerte mich ständig daran, dass ich anders bin.

Ich hasste Fragen wie «Wo kommst du her?», «Und wo ist Georgien?», «Wieso heisst du Nino?», «Was arbeiten deine Eltern?», «Wieso seid ihr hierhergekommen?», «Wollt ihr irgendwann in deine Heimat zurückkehren?»

Ich wurde immer nervös, wenn ich mit diesen Fragen bombardiert wurde. Was war richtig und was war falsch? Irgendwann wurde aus der Nervosität nur noch Wut.

Zu der Zeit öffnete ich manchmal unseren Medikamentenschrank und dachte darüber nach dem Ganzen ein Ende zu setzen. «Es wäre doch so einfach», dachte ich, «dann ist das alles endlich vorbei.» Ich war zwölf. Ein zwölfjähriges Mädchen, das sich Gedanken um Selbstmord machte. An so etwas sollte ein Kind niemals denken müssen.

Musik und das Schreiben halfen mir meine Wut zum Ausdruck zu bringen. Das gab mir Halt. Die Filme, die im Fernsehen liefen, gaben mir die Möglichkeit aus der Realität zu entfliehen und die Bücher, die ich las, stellten mir Helden vor, denen es so wie mir ergangen war. Alles was mir Kraft gab, hatte mit Kunst zu tun.

Nino Gadelia

Intensity









Ich weiss, ich habe dich verletzt. Aber auch mich habe ich verletzt. 

Vor mir war dieser perfekte Weg und ich selbst habe Steine zwischen uns gelegt. 

Was dachte ich mir bloss dabei? 

Ich habe viele Tränen vergossen, von dir geträumt und dich niemals loslassen können.

Ich habe jeden Tag an dich gedacht, und dabei mal geweint und mal gelacht. 

Das ist nun die Strafe für die Mauern, die ich selbst um mich errichtet hab. 

Das ist die Strafe für meine Angst, der ich so viel Macht gegeben hab. 

Die Strafe für meinen Stolz, der mir wichtiger als die Liebe zu dir war. 

Ich kann dir nicht wehtun, ohne mir selbst dabei wehzutun. 

Du gingst mir zu tief unter die Haut. 

Ich wünschte, ich hätte für dich da sein können. 

Ich hätte dich im Arm genommen und dir einen Teil deines Schmerzes abgenommen. 

Ich wünschte, ich hätte dich geheilt von deinen Wunden und wäre jetzt mit dir vereint.

Ich liebe dich

Nino Gadelia

Fake interest

Ich weiss nicht, wie viele Menschen mir über den Weg gelaufen sind, die absolut alles wissen wollten: was ich tue, wen ich date, ob ich jemanden date usw.

Die Neugier mancher Menschen ist absolut unverschämt.

Dieses „Interesse“, das ihr habt, dient dazu euer verbittertes, langweiliges Leben mit etwas Neuem oder Aufregendem zu füllen.

Ihr interessiert euch gar nicht für den „Menschen“, den ihr fragt. Ihr wollt auch nicht helfen oder wirklich zuhören.

Ihr braucht bloss Aufregung in eurem jämmerlichen Alltag.

Ich brauch das nicht. Ich benötige dieses „fake Interesse“ nicht. Wenn ich jemanden frage, wie es ihm geht, dann will ich es wissen und zwar von ganzem Herzen und für euch interessiere ich mich eben gar nicht. Es gibt nichts dazwischen bei mir, während ihr mit euren aufgesetzten Masken eurem Gegenüber etwas wie Empathie vorheuchelt. Bedauerlich, dass es euch fremd ist menschlich zu sein, aber mit dem Finger auf die zeigt, die anderen keine Show vorspielen.

Nino Gadelia

„Copyright und alle Rechte bei der Autorin“

Die Welt unter einem Dach

Vielleicht war es auch ein Geschenk des Lebens, die Erfahrung machen zu dürfen ein „Flüchtling“ zu sein.

In einem grossen Haus zu leben, wo du hinter jede Tür eine andere Welt getroffen hast.

Du konntest durch eine Tür als Gast eintreten und das Gewürze des Orients riechen, mit ihnen ihren Tee trinken und Karten spielen.

Eine Tür weiter sahst du die Räucherung von der Familie aus Sri Lanka mit an und nahmst ein Stück von ihrem Kuchen mit, während aus der anderen Ecke des Ganges die ehemalige Klavierlehrerin aus Armenien, dir ein schönes Stück aus ihrem Land vorgespielt hat. Der Junge aus Nigeria stellte sich dahin und sang zu ihrem Spiel.

Abends spielten die Albaner ihre Musik und tanzten dazu, wir setzten uns zu ihnen.

Es hat keine Rolle gespielt, woher wir kamen und wie wir aussahen.

Wir haben alle unter einem Dach gelebt und die Welt unter diesem Dach vereint. Wir alle kannten das Leid des anderen, obwohl wir die Details ihrer Geschichte nicht kannten. Hass war kein Thema, wir alle blickten in die Zukunft, denn da war Hoffnung.

Nino Gadelia

#thatwasmychildhood #nowitsinmydna

Flamme du coeur

Trotz der Schmerzen wissen wir, dass es richtig so ist.

Wieso wohl das Leben beschloss, dass du mich wieder zufällig triffst?

Wege trennen sich, doch die Erinnerungen hüte ich in mir wie Schätze.

Ich bin manchmal nicht ich, wenn ich durch den Alltag hetze.

Nie würde ich deinen Weg stören, geschweige denn versuchen dich zu halten.

Ich will das Beste für dich, dein Weg ist bestimmt, egal was wir erwartet hatten.

Das Leben nahm keine Rücksicht auf unsere Gefühle.

Trotz der Tränen, die ich keinem gezeigt habe, denke niemals, dass ich Groll verspüre.

Könnte ich zurück, wieder würde ich dich gehen lassen.

Es wäre nämlich selbstsüchtig, dich nur für mich festzuhalten.

Halten wir die Zeit an, früher hätte ich mir das gewünscht.

Doch heute weiss ich, das hätte ins ewige Nichts geführt.

Die Vorstellung des Paradieses ist für mich nur mit dir denkbar.

Ich weiss wie die Männer mich ansehen, doch weiss ich, dass dein Blick echt war.

Ich kann dich nicht wiedersehen, beim Anblick bin ich wie vom Blitz getroffen.

Und doch freut es mich sehr, ohne mir dabei mehr zu erhoffen.

Du hast das Beste verdient und darum schmerzt mich dein Leid.

Zu vielen Blicke, die uns trafen, trugen in sich viel Neid.

Ich weiss, dass du weisst für wen ich das dichte.

Ich bin nicht befugt, dass ich diese Welt nach meinem Wunsch richte.

Was in uns füreinander lebt, niemals werden wir das zeigen.

Wie Unbekannte marschieren wir aneinander vorbei, während wir dabei schweigen.

Nino Gadelia

„Copyright und alle Rechte bei der Autorin“

#B

Die Wurzeln in mir

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Wie viele Schritte hat es benötigt, um hier zu sein? Um ich zu sein. Beim Marschieren war ich nicht immer ich selbst. Ich war das, was die Situation aus mir formte. Ich überliess das Formen vollkommen dem jetzigen Zustand. Nicht ich war die Herrscherin über meine Sinne und meine Gedanken. Ich sah die Zustände, doch nie das Grosse und Ganze. Es braucht lange um aufzuwachen, aus dem Gefängnis, in dem man sich selbst gesteckt hat.

Die Blicke und Worte mancher, brachten mich dazu mich zu verwandeln. Ich wurde jemand anders. Ich war nicht mehr ich. Ich war das, was die Leute in mir sahen oder was sie am liebsten sehen wollten. Ich habe ihnen diese Macht gegeben, ohne darüber nachzudenken, wer ich wirklich bin. Das geformte „Ich“ liess sich steuern und mein Geist entfernte sich immer mehr.

Es war richtig zu sein, wie sie sind. Es war fasch zu sein, wie ich bin.

Das letzte „Ich“, was noch von meinem Geiste übrig war, klammerte sich an mir. Ich war blind und erkannte es nicht.

Das übriggebliebene Stückchen meines wahren Wesens war nur noch eine kleine Wurzel unter der Erde. Begraben im Dunkeln, aber doch da und am Leben. Ich hörte es manchmal flüstern.

Es dauerte lange bis ich es wahrnahm. Irgendwann entschlüsselte ich die Nachricht: Ich musste weg. Das, was ich war, musste zerstört werden, damit die Wurzel aus der Erde ausbrechen und wachsen konnte.

Ich ging weg, so weit weg, dass der Horizont wieder zu sehen war. Weit entfernt von Blicken, die mich formten. Weit entfernt von Worten, die mich trafen. Ich entgleite mir selbst, dachte ich. Mein Inneres füllte sich mit einer Leere. Es war nun nichts mehr da. Plötzlich fragte ich mich, wer ich überhaupt bin? Ich kannte die Antwort nicht. Es tat weh so leer zu sein.

Innerlich leer zu sein tat mehr weh, als sich fremd zu sein.

Zeit verging. Ich verbrachte sehr viel Zeit nur mit mir selbst. Schlaflose, einsame Nächte in vier Wänden. Alleine in vier Wänden, umgeben von Büchern. Eine ewige Suche, ohne eine Antwort. Wie auch? Wonach ich suchte, war mir nicht bewusst. Den Sinn meines Daseins erklärte mir kein Buch so vollkommen, dass ich mich fand, denn ich hatte vergessen an einem wichtigeren Ort nachzusehen: In mir selbst.

Die innere Stimme wurde nicht wahrgenommen. Das Bewusstsein befand sich auf einer anderen Ebene. Die Schallwellen führten ins Leere, erreichten nie den auserwählten Empfänger.

Irgendwann brach der Stiel meines wahren Wesens durch die Erde und erblickte das Licht. Ich hörte diese Stimme: Ich hörte mich.

Das Rätsel löste sich auf, ohne dass ich in diesem Moment beabsichtigt hatte, es zu lösen. Ich verstand meine alten Taten nicht mehr, denn ich war damals nicht wirklich „mein wahres Wesen“.

Worte und Blicke sind sehr mächtig. Sie hatten einen anderen Menschen aus mir geformt. Ich nahm die Rolle an, die andere sehen wollten, doch die wahren Wurzeln meines Wesens sind durchgedrungen.

Lass deinen wahren Kern niemals von anderen begraben. Es ist da und es wacht in dir, vertraue dir selbst: wenn die Zeit reif ist, wird es aus dir ausstrahlen.

Nino Gadelia

„Copyright und alle Rechte bei der Autorin“