Ich denke eines der grössten Herausforderungen als Migrantenkind besteht darin, seine Identität nicht in diesem Bild zu verlieren, welches die Gesellschaft auf dich projiziert.

Die Menschen ordnen dich in eine «Masse» ein, unabhängig deiner Abstammung, unabhängig des Bildungsstandes deiner Familie und ganz unabhängig von deinen Werten als Mensch.

Du als Individuum löst dich in Luft auf.

Genau hier besteht die Gefahr sich selbst zu verlieren und sich damit zu identifizieren, was die Mitmenschen auf dich projizieren.

Dabei kannst du deine Motivation, deine Geduld und im schlimmsten Fall dich selbst verlieren.

Es ist gefährlich anzunehmen, dass man doch zu irgendwelchen «Kriminellen» oder «Terroristen» gehört, wie es ein Teil der Gesellschaft versucht abzubilden.

Und manchmal finden diese Menschen genau in diesen Kreisen ein Zugehörigkeitsgefühl, welches der Rest der Gesellschaft einem verweigert hat.

Und selbst wenn es nicht wie bei diesen Extremfällen endet, verlieren viele den Glauben an sich und werten sich selbst ab.

Wie kann es dir angenehm sein Du selbst zu sein, wenn du jedes Mal schon deinen Namen bei einer Vorstellung rechtfertigen musst.

Das ist nicht einfach und es kann Jahre dauern, bis du realisierst, wer du bist und dass du all die Jahre nicht mal du selbst warst.

Und es kann Jahre dauern, bis du realisierst, woher diese Wut kommt und dass du jetzt aufhören kannst wütend zu sein, um frei- und endlich du selbst zu sein.

Nino Gadelia

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