Die Gefahr für das Migrantenkind

Ich denke eines der grössten Herausforderungen als Migrantenkind besteht darin, seine Identität nicht in diesem Bild zu verlieren, welches die Gesellschaft auf dich projiziert.

Die Menschen ordnen dich in eine «Masse» ein, unabhängig deiner Abstammung, unabhängig des Bildungsstandes deiner Familie und ganz unabhängig von deinen Werten als Mensch.

Du als Individuum löst dich in Luft auf.

Genau hier besteht die Gefahr sich selbst zu verlieren und sich damit zu identifizieren, was die Mitmenschen auf dich projizieren.

Dabei kannst du deine Motivation, deine Geduld und im schlimmsten Fall dich selbst verlieren.

Es ist gefährlich anzunehmen, dass man doch zu irgendwelchen «Kriminellen» oder «Terroristen» gehört, wie es ein Teil der Gesellschaft versucht abzubilden.

Und manchmal finden diese Menschen genau in diesen Kreisen ein Zugehörigkeitsgefühl, welches der Rest der Gesellschaft einem verweigert hat.

Und selbst wenn es nicht wie bei diesen Extremfällen endet, verlieren viele den Glauben an sich und werten sich selbst ab.

Wie kann es dir angenehm sein Du selbst zu sein, wenn du jedes Mal schon deinen Namen bei einer Vorstellung rechtfertigen musst.

Das ist nicht einfach und es kann Jahre dauern, bis du realisierst, wer du bist und dass du all die Jahre nicht mal du selbst warst.

Und es kann Jahre dauern, bis du realisierst, woher diese Wut kommt und dass du jetzt aufhören kannst wütend zu sein, um frei- und endlich du selbst zu sein.

Nino Gadelia

Gift

Die Hauptsache ist, dass es unverbindlich bleibt.

Die Hauptsache ist, dass es keine Erwartungen gibt.

Die Hauptsache ist, nicht zu tief zu gehen.

Die Hauptsache ist, dass es jederzeit so aufhören kann, dass es nicht wehtut.

Du tust mir leid, denn auch wenn es wehtut, auch wenn es schwierige Momente gibt, lohnt es sich immer zu lieben.

Du kommst nach Hause und bist frustriert, wenn du heute keine Bestätigung bekommen hast, oder du kommst nach Hause und bist überglücklich, weil dir jemand ein Kompliment gemacht hat.

Das ist alles, was dich interessiert, du scherst dich einen Dreck um deine Mitmenschen.

Du benutzt sie nur, um dein Ego zu füttern.

Es ist erbärmlich, dass du so abhängig davon bist und ein so schwaches Ego hast.

Tief in dir bist du einsam.

Es tut mir leid, dass du nicht die Kraft hast dich zu ändern und dich lieber so erträgst, wie du jetzt gerade bist. 

Nino Gadelia