Vielleicht, ja vielleicht hätte ich mein Leben anders führen können.

Es wäre bestimmt für alle Beteiligten einfacher, hätte ich es anders geführt.

Ich würde weniger auf neugierige Fragen und entsetzte Blicke treffen, aber ich wäre nicht ich.

Ja, ich habe mir die Frechheit als Frau erlaubt mein eigenes Gehirn zu benutzen. Mein eigenes Leben zu führen.

Meine eigenen Entscheidungen zu treffen. Alles zu hinterfragen. Sogar das, was meine Eltern mir erzählt haben.

Und nun  gehöre ich zu dieser Gruppierung ohne Titel. Den Menschen, die sich für ihr Leben, anstatt einer Fügung ihrer Kultur entschieden haben.

Den Männern mache ich Angst. Die Frauen schockiere ich. Und beide Seiten verachten mich. Wie konnte ich es wagen das Wort des Mannes zu hinterfragen?

Wie konnte ich es wagen ein Buch, anstatt einer Kochschürze in die Hand zu nehmen?

Wie kann ich dabei mit dieser gleichgültigen Haltung durch die Welt marschieren und ihre schockierten Blicke belächeln.

Wieso führe ich mein Leben bloss so? Wer passt auf mich auf, wenn ich alleine lebe?

Ja, eine Frau kann natürlich Kinder grossziehen, aber auf sich selbst aufpassen kann sie dann doch  nicht.

Ich hätte mich fügen können. Es gäbe jetzt eine andere Version von mir: Verheiratet, gehorsam und immer schön lächelnd dabei. Tun wir doch alle so, als würden wir das alles wirklich glauben, was uns gesagt wurde, ohne selbst zu wissen, ob es der Wahrheit entspricht.

Ich könnte meinen Verwandten die Hand schütteln, wie es andere tun. Ein perfektes Leben vorspielen und nachts in mein Kissen weinen.

Aber ich will es nicht. So einfach ist das. Ich habe absolut nichts gegen die Ehe, ich schliesse nichts aus.

Mein Leben ist doch mein Geschenk. Also wieso muss ich mein Leben nach dem Terminplan irgendwelcher Leute ordnen? Ihr wisst es doch am besten oder? Weil ihr glaubt die einzige Wahrheit gefunden zu haben.

Nein, ich hab die Sanduhr meines Lebens an die Wand geknallt und bin glücklich davongelaufen, ohne mich dabei umzudrehen.

Mit anderen Worten: Ich scheiss drauf was ihr denkt.

Nino Gadelia

„Copyright und alle Rechte bei der Autorin“

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