Wir sind diejenigen, die nicht wissen, wo sie zuhause sind.

Entrissen aus der einen Welt und woanders gelandet als Kind.

Wir haben zu unseren Eltern aufgesehen, doch sie kannten diese Welt selbst noch nicht.

Wie sollte es weitergehen? Die Antworten waren nicht in Sicht.

Wir haben jahrelang in Ungewissheit gelebt, Mitleid und Erniedrigungen ertragen.

Niemals haben wir uns beschwert, weil es uns unsere Eltern verboten haben.

Auffallen war verboten, am besten war man unsichtbar.

Denn auffallen bedeutet bald abgeschoben, so wurden wir unscheinbar.

Misstrauische Blicke und neugierige Fragen.

Wir waren viel zu jung, um die Antworten zu haben.

Die Welt aus der wir kommen, die Bilder wurden verschwommen.

Die Erinnerungen unklar, plötzlich suchten wir beim Reden nach den Worten.

Immer dieser Druck das Doppelte zu leisten.

Denn dazu war man nicht fähig, dachten doch die Meisten.

Wir verstehen die Menschen nicht, aus der Welt von der wir kamen.

In der neuen Welt verstehen sie uns nicht, weil wir früher woanders waren.

Wer sind wir nun und wo sind wir zuhaus?

Gefangen in der Freiheit, welcher Weg führt uns hinaus?

Unser Blut widersetzt sich dem Boden unter unseren Füssen.

Es ist gegensätzlich, doch wir müssen uns darin fügen.

Es ist nicht so, dass wir nicht gerne hier wären.

Ein Teil von uns gehört hierher, doch ein anderer will sich wehren.

Nino Gadelia

„Copyright und alle Rechte bei der Autorin“

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